
|
Der
Herr im Haus bin ich
15.03. - Hallo,
ich bin's wieder: Horst, Elkes Lieblingskater.
Ihr wisst ja von meinem traurigen Schicksal nach der Ankunft des Babys.
Ich bin nicht mehr die Nummer 1. Aber ein gutes hat die Sache ja: Alle
Katzenverhaltensregeln, die vorher galten, sind außer Kraft gesetzt. Das
habe ich erreicht, indem ich mit vorwurfsvollem Blick dokumentiere, wie
sehr ich zu kurz komme. Man nennt mich auch das lebende Mahnmal. Jetzt
werde ich bei Tisch gefüttert und darf auf demselben liegen. Sagen wir
mal, zweiteres nimmt Elke billigend und schlechten Gewissens in Kauf, wenn
sie gerade das Baby auf dem Arm hat und sowieso keine Hand frei, um mich
zu verscheuchen. Danach putzt sie dann wie ne Irre hinter mir her. Das
muss ja auch nicht sein.
Das Ganze gilt natürlich auch für meine Schwester Uschi. Die macht mir
sowieso alles nach. nur kommt sie oft zu spät. Neulich hat sie doch glatt
das Menschen-Abendessen verpennt. Hihi. Dafür bewacht sie aber den ganzen
Tag den Kühlschrank und fordert Wegezoll. Da hilft es auch nichts, dass
Elke immer leise in die Küche schleicht. Die Kühlschranktür quietscht
nämlich. Uschis Vorteil.
Da hätte ich übrigens noch einen Nachtrag zu der babylonischen
Sprachverwirrung hier im Haus. Nicht nur, dass ich Cat-Slang, Menschen-
und Babysprache lernen muss, jetzt auch noch Schwäbisch. Im Dialog mit
dem Baby geht Elke jetzt "back to the roots". Sie holt für den
kleinen Schreihals nicht das Fläschchen sondern das Fläschle. Zum Glück
aber geht sie noch Windeln wechseln und nicht Windelelen. Das könnte ja
keiner aussprechen...
So, jetzt muss ich weiter und nachsehen, was ich hier noch Verbotenes tun
könnte.
Tschüss oder Adele
Euer Horst-the-Cat
zurück
alle
Horst-Geschichten |