Die alemannische Fasnet geht
auf christlichen Brauchtum zurück. Bis zum 13. Jahrhundert bezeichnete man mit Fasnet
oder Fasching nur die Nacht vor Beginn der Fastenzeit. Im Laufe der Zeit verlängert sich
der Zeitraum. Fasnet kommt von Fastnacht, also die Nacht vor dem Fasten. Aus dem
bayerischen Gebiet kommt der Begriff Fasching, der sich aus dem vast-schance, einem
Fastentrunk ableitet. Die ältesten bekannten Faschingsbräuche sind Tänze und Gelage in
der Nacht vor Aschermittwoch. Im 14. Jahrhundet. kamen Rennen und Stechspiele zu Pferde
hinzu. Ab dem 15. Jahrhundert. begannen Patrizier und Zünfte Maskenumzüge zu
veranstalten. In Anlehnung an Tier-, Teufels- und Hexenmasken, die hierbei überwiegend
verwendet wurden, kam es gelegentlich zu heftigen Ausschreitungen. Die alemannische Fasnet
wird hauptsächlich in Schwaben, Baden und in der Schweiz gefeiert. Schmotziger Donnerschdag und Schülerbefreiung
Am Schmotzigen Dunschtig" oder "Schmutzigen Donnerstag", der örtlich auch
"gumpiger" (gumpen = hüpfen) beginnt die eigentliche Fasnet.
"Schmotzig" kommt nicht von "Schmutzig" sondern von
"Schmotz", was auf Alemannisch "Fett, Schmalz" bedeutet.
Faschingsdonnerstag werden traditionell Fasnetsküchle (Berliner) in viel Fett gebacken.
Später werden die kostümierten Kinder (Mäschkerle) von aus den Schulen befreit.
Maskierte Mitglieder der ortsansässigen Narrenzunft stürmen dann zu früher Stunde die
Schulen und entführen die lernunwilligen Kinder auf die Marktplätze zum närrischen
Treiben.
Häs
Die Kostüme einer allemannischen Zunft werden "Häs" genannt.
Das ist der altschwäbische Ausdruck für Kleidung. Das Wort "Faschingskostüm"
käme nie über die Lippen eines Zunftmitgliedes. Die Maske als solches wird mancherorts
als "Larve" bezeichnet.
Narrenrufe
Jede alemannische Narrenzunft hat ihren eigenen Narrenruf. So rufen die Maskenträger
während Umzügen den ersten Teil ihres Rufes, die Zuschauer müssen dann mit der
Fortsetzung antworten. Ein einfacher Narrenruf ist der der Schwarze-Veri-Zunft in
Ravensburg: "Kolba hoch - Verio". Bei Faschingsumzügen, so genannten
Narrensprüngen, werden glücklicherweise Handzettel mit den närrischen Rufen verteilt,
so dass kein Besucher in die Verlegenheit kommt, nicht antworten zu können.
Guggemusik
Die Guggemusikkapelle treibt während der Fasnet ihr musikalisches Unwesen. Woher
der Begriff
kommt, erklären die RhyGuggen aus Bad Säckingen auf ihrer Homepage.
Kuddelessen
Traditionell werden in Baden-Württemberg am Fasnetsdienstag Kuddeln, also ein
sauerer Eintopf aus Teilen den Rindermagens, verzehrt. Angesichts der BSE-Krise wird dies
im Jahr 2001 wohl ausfallen. Es sei denn, dem Narren wäre nichts zu Närrisch.
Fasnets-Portale
Vereinigung
schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte
Jede Menge Links und Hintergrundinfos zur allemannischen Fasnet
Fasnet.de
Hier gibt's Historisches über die schwäbisch-allemannische Fasnet, außerdem eine große
Linkliste zu Narrenzünften und Lumpenkapellen.
Narrenspiegel
Der Narrenspiegel informiert über Veranstaltungstermine, Zünfte und Brauchtum.
Ausgewählte Narrenzünfte
Moorochs.de
Die Narrenzunft Moorochsen aus Bad Buchau in Oberschwaben erklärt ihre
verschiedenen, imposanten Masken und die Geschichte ihrer Zunft.
Narrenzunft
Bad Waldsee
Schöne Masken sind auf der Heimseite der Narrenzunft Bad Waldsee in Oberschwaben
zu sehen. Zu jeder Maske gibt es eine Erklärung über ihre Bedeutung.
Gole.de
Vielseitige Traditionsmasken stellt die Riedlinger Narrenzunft Gole vor. Ein
"Hästräger", ist der Gole, dessen Bezeichnung eventuell vom Riesen Goliath
abstammt. Interessierte können hier das Gole-Lied anhören.
Narrenzunft Rottenburg
Detaillierte Erklärung der Traditionen und Figuren mit schönen Bildern rund um
die Rottenburger Fasnet. |